Silvius Magnago – der Vater der Südtirol-Autonomie

29 Jahre Landeshauptmann, 34 Jahre SVP-Obmann

Die Silvius-Magnago-Akademie ist nach dem Ehrenobmann der Südtiroler Volkspartei (SVP) benannt. Der Jurist Silvius Magnago (1914 bis 2010) war von 1957 bis 1991 als SVP-Obmann tätig; von 1960 bis 1989 bekleidete er das Amt des Südtiroler Landeshauptmannes – allgemein gilt er als „Vater der Südtirol-Autonomie“. Der Platz zwischen dem Gebäude des Südtiroler Landtages und dem Sitz der Südtiroler Landesregierung trägt seit 2012 den Namen von Silvius Magnago – ebenso wie eine 1991 in Leben gerufene Stiftung, welche Jahr für Jahr über ein Stipendium einen Assistentenposten an der Landesuniversität Innsbruck finanziert (dieser kommt abwechselnd aus Südtirol und Tirol).

I.

Geboren in Meran, aufgewachsen in Bozen

Geboren wurde Silvius Magnago am 5. Februar 1914 in der Villa Marchetti in Meran. Bereits im Folgejahr zog die Familie nach Bozen, wo Silvius Magnago dann auch zur Schule ging. Nach dem Abschluss des Gymnasiums 1936 wurde er zum italienischen Heer eingezogen – gleichzeitig studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Bologna (das Studium schloss er 1940 erfolgreich ab). 1942 wurde er, der 1939 „optiert“ hatte, zur Deutschen Wehrmacht einberufen: Als Leutnant bei den Gebirgsjägern wurde er 1943 schwer verwundet – in der Folge musste ihm ein Bein amputiert werden. Nach dem Krieg ließ er sich, gemeinsam mit seiner Frau Sophia Cornelissen (die er 1943 bei einem Fronturlaub geheiratet hatte) in Bozen nieder.
 

II.

Erste Bewährungsprobe auf Schloss Sigmundskron

1947 begann die politische Karriere von Silvius Magnago: 1947 noch in den Bozner Gemeinderat entsandt, erhielt er bei der ersten Wahl nach dem Krieg 1948 am meisten Vorzugsstimmen – und wurde Vizebürgermeister von Bozen (bis 1952). Im selben Jahr wurde er in den Regionalrat (und somit auch in den Landtag) gewählt, dem er ohne Unterbrechung bis 1988 angehörte. Bis 1960 stand er diesen Gremien abwechselnd als Präsident vor. Wenige Monate nach seiner Wahl zum Obmann der Südtiroler Volkspartei (SVP) forderte er bei der Großkundgebung auf Schloss Sigmundskron vor 35.000 Südtirolerinnen und Südtirolern das „Los von Trient“: Anders als im Pariser Vertrag von 1946 zugesichert, hatte die deutschsprachige Bevölkerung Südtirols durch das 1948 in Kraft getretene erste Autonomiestatut keine Selbstverwaltung erlangt

III.

Mühsame Verhandlungen zur Südtirol-Autonomie

1960 folgte Silvius Magnago als Landeshauptmann auf Alois Pupp. Im Mittelpunkt seiner politischen Tätigkeit standen die zähen Verhandlungen zum Südtirol-Paket. Die deutschsprachige Minderheit in Südtirol sollte autonome Gesetzgebungs- und Verwaltungsbefugnisse erhalten (welche innerhalb der Region Trentino-Südtirol, zu welchen die Provinzen Bozen und Trient zusammengeschlossen waren, nicht gewährleistet waren). 1969 stimmte die Südtiroler Volkspartei bei ihrer Landesversammlung in Meran mit knapper Mehrheit dem Ergebnis der Verhandlungen zu: Dieses „Paket“ enthielt 137 Maßnahmen zum besseren Schutz der Südtirolerinnen und Südtiroler. 1972 trat das zweite Autonomiestatut in Kraft, die inhaltliche Umsetzung sollte bis 1992 dauern.

IV.

SVP-Ehrenobmann bis zu seinem Tode

Gesundheitsbedingt kandidierte Silvius Magnago 1988, nach sechs Legislaturperioden als Landeshauptmann, nicht mehr für den Südtiroler Landtag. Sein Nachfolger wurde Luis Durnwalder. 1991 folgte ihm dann Roland Riz als SVP-Obmann. Silvius Magnago wurde in der Folge zum Ehrenobmann der Südtiroler Volkspartei gewählt, auch weiterhin nahm er regelmäßig an den verschiedenen Sitzungen der SVP-Gremien. Seine letzten Jahre lebt er zurückgezogen in Bozen. Am 25. Mai 2010 verstarb der „Vater der Südtirol-Autonomie“; unter großer Anteilnahme und mit Beteiligung weit über die Landesgrenzen wurde er am Bozner Friedhof beigesetzt. Eine Holzskulptur von Roland Veith aus Prad am Stilfserjoch im Eingangsbereich des SVP-Sitzes in Bozen erinnert an den Ehrenobmann der Südtiroler Volkspartei.

V.

Internationale Anerkennung seines Wirkens

Silvius Magnago wurden zu Lebzeiten zahlreiche bedeutende Würdigungen zuteil: Ehrenzeichen des Landes Tirol (1960), Ehrensenator der Universität Innsbruck (1970), Robert-Schuman-Preis (1971), Bayerischer Verdienstorden (1972), Ring des Landes Tirol (1979), Großes Goldenes Ehrenzeichen am Bande der Republik Österreich (1989), Großes Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland (1993) u.v.m.

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