Lesung zu 20 Jahre Mauerfall: „Ich schlage vor, dass wir uns küssen“
Eine Veranstaltung der Silvius-Magnago-Akademie
in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung
Termin: Mo, 16. November 2009, Beginn 20:00
Referent: Rayk Wieland, Schriftsteller
Veranstaltungsort: Bozen, Kolpinghaus, Josefsaal, Adolph-Kolping-Straße 3
Eintritt frei
Inhalte:
Herr W. hat eines Tages eine ominöse Einladung in der Post:Auf einer Podiumsdiskussion unbekannter Untergrunddichter soll er Auskunft geben über ein Werk, über die Unterdrückung in der DDR und über seine Erlebnisse als Staatsfeind. Zuerst glaubt er an einen schlechten Scherz. Ist er überhaupt gemeint? Mit der DDR hat er doch längst abgeschlossen, nachdem sie 1989 wie ein falsch montiertes Chemieklo zusammenklappte.War er je als Dichter auffällig geworden? Als Unterdrückter gar?
W. stellt Nachforschungen an, unterzieht sich bei der Psychologin Tyna Novelli einer Rückführungstherapie in die DDR-Vergangenheit und nimmt schließlich Einsicht in seine Stasi-Akte.Was für ein Fund: Tatsächlich sind hier seine lyrischen Gehversuche unter dem Titel „Mögliche Exekution des Konjunktivs“ abgeheftet, dazu sämtliche Liebesbriefe an Liane in München – alles von einem Oberleutnant Schnatz über Jahre akribisch gegengelesen, verwegen gedeutet und als staatszersetzend-konterrevolutionäres Schrifttum eingestuft.
„Ich schlage vor, dass wir uns küssen“ ist ein Roman über die Absurditäten der Erinnerung, auch der eigenen, über rätselhafteWirkungen unbeholfener Gedichte und über eine Liebe, wie sie nur in Zeiten der deutschen Teilung blühen konnte. Ein Buch über die Mauer, die es nie gab. Eine wahre Geschichte, die niemand für möglich gehalten hat. Nicht einmal ihr Verfasser.
Die Geschichte dieses Buches beruht auf einer wahren Begebenheit. Die DDR hat es wirklich gegeben.