Man soll die Blumen am Wegrand pflücken
Silvius Magnago
Silvius Magnago
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Zur Person Silvius Magnago

Silvius Magnago wird am 5. Februar 1914 in Meran geboren. Er studiert Rechtswissenschaften in Bologna, wo er 1940 promoviert. Magnago optiert im Dezember 1939 aus Protest gegen die faschistische Unterdrückungspolitik in Südtirol für Deutschland. Daraufhin erfolgt im Jänner 1943 die Einberufung zur deutschen Wehrmacht an die russische Front. Im Dezember 1943 wird er schwer verwundet und verliert ein Bein. Auf der ersten SVP-Landesversammlung 1947 beginnt seine politische Karriere. Am 25. Mai 1957 wird Magnago 43jährig Obmann der SVP. Seine große Stunde schlägt am 17. November 1957 als er vor rund 35.000 Südtirolern auf Schloss Sigmundskron das „Los von Trient“ ausruft. 1960 wird er Landeshauptmann von Südtirol und tritt als solcher für die Autonomiepolitik ein. 1969 geht er bei der entscheidenden Landesversammlung über das größtenteils von ihm ausgehandelte Paket als Sieger hervor und kann von 1972 an mit dem Ausbau der Autonomie für Südtirol beginnen. Nach 28 Jahren im Amt des Landeshauptmannes übergibt er 1989 das Amt an Luis Durnwalder. 1992, nach 34 Jahren an der Spitze der Partei legt er auch das Amt des SVP-Obmanns in die Hände seines langjährigen Mitstreiters Roland Riz. Magnago wird Ehrenobmann der SVP.
Dr. Silvius Magnago
Mehr als 40 Jahre lang hat Silvius Magnago die politischen Geschicke seiner Heimat entscheidend mitbestimmt. Er war 28 Jahre lang Landeshauptmann von Südtirol und 34 Jahre Obmann der Südtiroler Volkspartei. Sein langjähriges politisches Wirken hat Südtirol stark geprägt und zu dem gemacht was es heute ist. Sein ganzer Einsatz galt einer friedlichen Lösung des Südtirol-Konfliktes. Als Landeshauptmann und Obmann der Südtiroler Volkspartei wurde er zum Vater einer Autonomielösung, die inzwischen beispielhaft in Europa und der Welt dasteht.
Silvius Magnago verkörpert in seiner Lebensgeschichte die Geschichte Europas des 20. Jahrhunderts. Aufgewachsen in der Donaumonarchie erlebt er den Ersten Weltkrieg direkt im Hinterland der Italienfront und lernt schon früh die Schrecken des Krieges kennen. Nach der Niederlage der Mittelmächte und der Annektion des südlichen Teils Tirols durch Italien durchlebte er in seiner Jugend die brutalen Unterdrückungsmethoden des faschistischen Italiens. Während des Zweiten Weltkrieges diente er zuerst in der Armee Italiens und ab 1943 in der Deutschen Wehrmacht als Leutnant der Gebirgsjäger. An der Ostfront wurde er im Dezember 1943 schwer verwundet und verlor ein Bein. Nachdem Silvius Magnago den Krieg knapp überlebt hatte, widmete er seine ganze Energie seiner Heimat Südtirol. In den über 40 Jahren seiner politischen Tätigkeit führte er Südtirol aus der Spirale der Gewalt zum friedlichen Zusammenleben der drei Volkgruppen und zu wirtschaftlicher Blüte. Er machte seine Heimat Südtirol zu einem Modell des praktizierten Minderheitenschutzes nicht nur für Europa, sondern für die ganze Welt. Silvius Magnago war die Zentralfigur dieses Entwicklungsprozesses in Südtirol, der zu einem sehr positiven Ergebnis geführt hat.
Dr. Silvius Magnago
Silvius Magnago hat das scheinbar Unvereinbare auf bewundernswerte Weise zu vereinen verstanden. Er hat es vermocht, durch Jahrzehnte für die Sache der Südtiroler deutscher und ladinischer Muttersprache zu streiten, ohne ein einziges Mal zur Gewalt aufzurufen – ohne auch nur in den Verdacht zu geraten, den Weg der Gewalt stillschweigend gutzuheißen.
Gerade in den kritischen Jahren Anfang der 60er Jahre in denen Südtirol zu einem gewalttätigen Konflikt mitten in Europa zu werden drohte, wandte er sich mit Entschlossenheit gegen die Gewalt als Mittel der Konfliktlösung. Es gelang ihm die Bevölkerung, die teilweise mit den Attentätern sympathisierte, durch seine starke Persönlichkeit und mit unermüdlichem Einsatz vom seinem friedlichem Weg zu überzeugen.
Er hat es verstanden, für das realistisch machbare einzutreten, ohne je Grundsätze zu opfern. Gewaltfreiheit, Korrektheit, Geduld, Ausgleich, Kompromissbereitschaft und gleichzeitig Hartnäckigkeit waren immer die Grundpfeiler seiner Politik. Er hat gezeigt, dass man engagiert und entschlossen erfolgreiche Politik machen kann, ohne undemokratische Mittel einsetzen zu müssen. Er hat das Format eines europäischen Staatsmannes, auch wenn er „nur“ Landeshauptmann einer kleinen Provinz war.
Bundeskanzler Bruno Kreisky und Landeshauptmann Silvius Magnago
Durch seinen selbstlosen jahrzehntelangen Einsatz für die Rechte der Minderheiten und die gewaltfreie Lösung des Südtirolkonfliktes, die Geradlinigkeit seiner Politik und den restlose Hingabe für die gute Schache hat sich Silvius Magnago auch bei seine politischen Gegnern höchsten Respekt erworben. Dabei war der Respekt vor dem „Anderen“ oder dem „anders sein“ ein Grundprinzip. „Es gibt nichts Ungerechteres als Ungleiches gleich zu behandeln“ pflegt er in diesem Zusammenhang immer zu sagen. Ein weiters Grundprinzip seiner Politik und seines Lebens kommt in einem anderen Zitat zum Ausdruck: „Man soll die Blumen am Wegrand pflücken“. Man kann nicht alles gleich und sofort haben, sondern man muss Geduld haben und mit Ausdauer den eingeschlagenen Weg verfolgen, nur so ist einem langlebiger Erfolg beschieden, das war und ist seine Devise.
SVP-Obmann Silvius Magnago auf der Landesversammlung 1969
Silvius Magnago hat in seiner politischen Arbeit in vorbildlicher Weise der Sache des Friedens und der Verständigung gedient und mit einer bemerkenswerten Festigkeit und Ausdauer immer wieder in die Zukunft weisende Kompromisse zustande gebracht, von denen das „Südtirol-Paket“ wohl der wichtigste war. Dabei erwies er sich als ein Pragmatiker, dessen Glaubwürdigkeit auch über Jahrzehnte nie Schaden gelitten hat. Hinzu kommt seine persönliche Bescheidenheit und Integrität. So nimmt es nicht wunder, dass er von seinen Landsleuten verehrt, von vielen anderen respektiert, noch zu Lebzeiten zu einer Institution, ja zu einer lebenden Legende geworden ist.

Wie nur ganz wenige andere Politiker hat er es auch verstanden, Nachfolger heranzubilden und diese zeitgerecht – und obwohl seine Popularität ungebrochen war – in seine Funktionen nachrücken zu lassen.

Am 25. Mai 2010 stirbt Silvius Magnago im Alter von 96 Jahren in Bozen.

Lebenslauf von Silvius Magnago
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Politische Ämter und Ehrungen von Silvius Magnago
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